Blog Battle #4 – Fasten

Da ich mich in meinem Körper nicht unwohl fühle, habe ich nicht vor zu fasten. Aber um dieses Fasten soll es in meinem Beitrag auch nicht gehen.

Ich bin ein Nachrichtenjunkie. Ich lese viel im Netz, z.B. die großen Nachrichtenportale wie sueddeutsche.de, Zeit.de, SpiegelOnline und viele politische Blogs; zu nennen wäre da telepolis von heise.de (http://www.heise.de/tp/default.html), die nachdenkseiten.de, netzpolitik.org, blog.fefe.de, jede Menge soup.io Seiten usw.

Dann ist noch „der Freitag“ als Wochenabo jeden Donnerstag in meinem Briefkasten und zur Abrundung noch das schöngeistige „das Magazin“ ein Mal im Monat im Selbigen.

Tja, und bei der Dauerbeschallung auf allen Kanälen, der Propaganda von den Staatsmedien (sueddeutsche, Zeit, Spiegel, ARD, ZDF usw.) kommt es vor, dass es mir schlecht geht. Psychisch.

Besonders hauen mir solche Berichte, wie die folgenden, den Boden unter den Füßen weg:

http://www.heise.de/tp/artikel/40/40720/1.html

oder wie wäre es mit dem „holy shit moment for global warming“:

http://www.scilogs.de/klimalounge/westantarktis-ueberschreitet-den-kipppunkt/ 😦

Ich komme ja von Rügen, und ein Szenario, dass meine Heimat halb untergehen lässt… da kann einem nur Übel werden, auch wenn ich es vermutlich in dem Maße zum Glück nicht erleben werde.

Mir ging es nach der Lektüre dieser beiden Beiträge Wochen schlecht, manchmal schlägt mir auch nur einen Headline, wenn ich sie lese, aufs Gemüt…

Im November letzte Jahres bekam ich dann eine Erkältung und lag 1,5 Wochen flach und wie es sich ergab, hielt ich auch 2 Monate danach das Nachrichtenfasten aufrecht. Ja, mir tat es gesundheitlich gut, nicht jede Nachricht verarbeiten zu müssen.

Vermutlich sollte ich mindestens 2 Mal im Jahr eine solche Phase einlegen und nur piano Nachrichten konsumieren.

Was ich bis jetzt noch nicht geschafft habe, ist eine Onlinefastenzeit einzulegen. Ok, der Fernsehr ist abgeschafft, aber ohne Internet? Hm, schwierig. Wäre sicher auch gesünder, als jeden Tag 4-5 h oder mehr vor dem Schirm zu hängen. Ich hab ja meinem Plattenspieler und einige Vinyl die ich durchhören könnte, Bücher lesen, Sport treiben, ins Museum gehen.

Zum Glück bin ich zu Smart für sowas wie ´n Smartphone. (den Satz sollte ich mir patentieren lassen :D) Somit bin ich unterwegs schon mal offline, was ich dann für den Freitag, Bücher und das Magazin nutze.

Aber der innere Schweinehund, Internet zu Hause ist bequem. Berieselungsmaschine, Zeittotschläger. Klar, Freunde sind auch da, aber die können einen ja auch aufs Festnetz anrufen oder umgekehrt. Außerdem könnte ich ohne Netz nicht beim blogbattle mitmachen. ^^

Einen Anlauf wäre es aber sicher Wert, das Netz für einen Weile mal von sich zu trennen.

Bei meinen Eltern und bei einer meiner Schwestern gibt es übrigens kein Indernet, was ich dann dort auch sehr erholsam finde. 🙂

dat Maddin

Teilnehmer:

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Kontaktlos

Alle tatschen ihre glatte Plaste,
hauen haltlos auf die Taste,
spüren ihren Gegenüber nicht,
es spiegelt sich ihr Graugesicht
im kalten matten Displaylicht.

Wandeln gebückt durch hohle Gassen,
können nicht die Umwelt fassen,
trotten so im Einheitsleben,
die Augen auf dem Bunten klebend,
die Seele sich vom Körper lösend.

Sitzen selbst beim Scheißen glotzend,
fotografieren auf Parties kotzend,
den Nächsten bei der kleinsten Pein,
stellen´s sofort bei facebook rein.
Der Stillstand ist schon lang ihr Sein.

dat Maddin

Blogbattle #4 – Schwarz

Man darf nicht schwarz sein in dieser Welt.

Da ich annehme, dass sich zu diesem Blogbattle viel mit der „Schwarzen-Szene“ beschäftigt wird, beleuchte ich dieses Wort von einer unschönen Seite.

Vor gut einem Monat stieß ich auf einen soup.io Beitrag von bwana.soup.io, der mich erschauern ließ. In Amerika wurden zwischen 1882 und 1950 geschätzt 3436 Lynchmorde an schwarzen Amerikanern vollübt, um sich der aufkeimenden Freiheitsbewegung der Schwarzamerikaner zu erwehren. Ein unmenschlicher Hass auf andere Bevölkerungsgruppen, der sich aus Religion und rassischer Überlegenheit und Angst vor Andersartigkeit speisste, um auch solche Verbrechen zu rechtfertigen, um jedwede Gleichberechtigung und Rechte für Schwarze im Kein zu ersticken.

Auf dem Blog von bwana war nur ein Bild abgebildet, dass ich euch zeigen möchte:

http://41.media.tumblr.com/41e63d843cd5d8c1009be3ee0b4d68b9/tumblr_ni7ng45Xua1t3uqero1_500.jpg

Alle anderen Fotos, die man sich anschauen sollte, um die Grausamkeiten einer nicht all zu fernen Vergangenheit zu verstehen, sind nichts für schwache Nerven. Also, wenn ihr leicht sensible Gemüter habt, schaut sie euch nicht an. Aber nach dem verinnerlichen kann man nur jedwedem Rassismus entschlossen entgegentreten:

http://wakeupslaves.tumblr.com/post/108156641143/american-terrorism-lynching-postcards-terrorism

Das „Kuriose“ und zugleich Abscheuliche ist, diese Fotos sind Postkarten, mit menschenverachtenden Kommentaren und irreal wirkenden Beschreibungen:

„LYNCHSZENE, DALLS, 3. MÄRZ, 1910.“ Am Rand beschrieben mit: „Uns geht´s gut und würden von dir gern Post bekommen Bill. Das war ein rauer Haufen dort.“

Hinten auf der Karte: „John, dies ist ein Bild eine super Tages, den wir in Dallas hatten…. ein Neger wurde gehängt wegen eines Angriffs auf ein 3 jähriges Mädchen. Ich sah dass zur Mittagsstunde… war Mitten in der Menge.“

Unsere deutsche Geschichte, insbesondere die Koloniale, steht dem nicht viel nach. Ich sah vor ein paar Jahren eine alte schwarz-weiß Aufnahme im Fernsehen, wie ein deutscher Offizier in einer deutschen Kolonie vor anderen Schwarzen einem Einheimischen mit einem Säbel den Kopf abhackte, um zu zeigen wer die Macht und das Sagen hat.

Tja, das lässt einen sprachlos zurück. Um den Bogen zu heute zu bekommen. Wie sieht es in Amerika oder bei uns jetzt aus? Über den Teich werden schwarze Kinder und Jugendliche, wenn sie am falschen Ort sind oder eine Spielzeugwaffe haben hinterrücks und straflos von weißen Polizisten erschossen. Bei uns haben Berufseinsteiger mit dem falschen Namen es ungleich schwerer einen Job oder eine Ausbildung zu finden. Kopftuchträgerinnen werden argwöhnisch beäugt. Der unterschwellige Rassismus bricht sich in den Pegida Demonstrationen brach. Wie fühlen sich die Muslime, die hier seit Generationen wohnen? Bestimmt nicht Willkommen. Die Polizei führt an Bahnhöfen „racial profiling“ durch, obwohl dies verboten ist. Wer Schwarz ist, ist per Hautfarbe verdächtig.

Deswegen: Nein zu Rassismus! Ja zur Religionsfreiheit! Kein Mensch ist illegal! Ja zu einer offen Einwanderungspolitik! Ja zu einer offenen Gesellschaft!

Just my 2 Cents…

dat Maddin
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Erstickte Erde

In Tonnen zieht es durch die Flüsse,
schießen schwallartig Ergüsse
in die Ozeane ein,
erstickt in bunter Plastikpein.

An jedem Strand, auf jedem Berge
es alles nur noch Plaste werde.
Zermahlen bis aufs My zerteilt.
Jahrtausende es dort verweilt.

Vergiftet Mensch und die Natur.
Unfruchtbarkeit zieht seine Spur
durch alle Spezies dieser Erde,
dass alles nur noch Plaste werde.

Ein künstlich Meer in jedem Meere,
es alles nur noch Plaste werde.
Es alles nur noch Plaste ist.
Jahrtausende es nicht vergisst.

dat Maddin

Der Kreislauf

Zwanghaft Scheißen, Essen, Wecken,
um 5 Uhr aus den Träumen schrecken.
Im Halbschlaf lustlos Zähne putzen,
das kalte Licht der Birne nutzen.

Einheitskleidung angelegt,
graue Stulle fad belegt.
Um 6e dann zur Bahn gerannt,
die Bild Zeitung fest in der Hand.

Viertel Achte sticht die Uhr,
bleiches Licht entlang dem Flur,
Der Bildschirm flackert im Gesicht,
die Kollegen grüßen nicht.

Nichts erlebt den ganzen Tag,
niemand da, der nach dir fragt.
Sinnentleert nach Hause gehen,
4 Stunden „Privat“ ferngesehen.

Nach 3 Bieren,
urinieren,
Porno schaun,
ins Bett gehaun.

Ein wirrer Traum bis früh um 5.
Das Leben völlig abgestumpft.

dat Maddin

Blogbattle # 3 – Schönheit

Schönheit. Wer definiert dieses abstrakte Wort? Die Medien? Heidi Klum? Pränatale Diagnostiker?

Werden Menschen durch genetische Vorhersagen im Mutterleib bald aussortiert, so wie es zur Zeit mit diagnostizierten behinderten Föten geschieht, wenn sie zu einer gewissen hohen Wahrscheinlichkeit nicht dem gerade aktuellen Schönheitsideal entsprechen nach der Pubertät? Wird sich dafür ein Markt bilden? Man kann doch nicht bestreiten, dass schönere Menschen einen Vorteil nicht nur im Fortpflanzungsbelangen haben, sondern auch im Arbeitsmarkt Vorteile genießen. Ungeborene mit Trisomie 21 werden heute auch durch Druck von Außen aussortiert, warum nicht auch zukünftige hässliche Menschen?

Ich sprach mit einem Pränataldiagnostiker, er meinte am Ende der Untersuchung ist es immer die Entscheidung der Eltern. Die finanziellen Gründe würden angeführt werden, sich gegen ein behindertes Kind zu entscheiden. Ja, denn solch ein Kind ist nicht nur finanziell später unverwertbar, nein, es stürzt auch einen junge Familie in finanzielle Nöte und kostet dem Staat eine Menge Geld! Warum nicht auch zukünftig adipöse Menschen oder Brillenträger oder Zahnausfallgeplagte aussortieren, wenn es die Möglichkeit gibt, die Kosten nicht nur Geld, sie sind teilweise auch nicht schön anzusehen!

Da ich eine schwerst behinderte Schwester habe, geistig wie körperlich, und durch sie viel Liebe erfahren habe, obwohl sie sehr wenig mit der Außenwelt in Kontakt treten kann, wird mir nur schlecht bei der Aussage des Arztes. Natürlich sind nicht alle Kinder mit T 21 so lebensfähig wie die, die im Fernsehen gezeigt werden, die meisten sind schwere Pflegefälle. Aber man kann, nein man muss jedes Kind lieben, egal wie es geboren wird oder wie viel Zeit es an Lebenserwartung hat. Nicht jeder hat die Kraft dafür, dass verstehe ich. Besonders wenn man jung ist, ist es schwer eine adäquate Entscheidung zu fällen. Aber ich schweife ab.

Es ging ja um Schönheit. Heidi Klum – Top Model – das Menschenverachtenste was gerade mal wieder über die Propagandaschleuder Fernsehen gesendet wird. Schon 10 -12 jährige Mädchen hungern, um den dort gezeigten „Idealen“ zu entsprechen. Die Mortalitätsquote bei Magersüchtigen, die durch solche Schönheitspropaganda entstehen können, ist erschreckend hoch, bis zu 15 % der Erkrankten sterben. Kümmert das unsere schöne Heidi? Nein, denn sie ist ja Big in Business.

Das von Mode- und Lifestylemagazinen und Fernsehsenderen propagierte Schönheitsbild des Menschen ist abstoßend. Sogar das Arschloch muss heute gebleicht werden und die Genitalien gerade oder schöner operiert werden, das Gesicht optimiert und die Glatze verhindert werden. Gehts noch? Haare müssen überall abrasiert werden, damit man den Pornostars gleicht, die einem an jeder Ecke im Netz begegnen.

Mein Motto zur Schönheit deshalb: Zurück zur Natur!

Ach übrigens, ich bin komplett unrasiert mit Haaren auf Schulter und Rücken, habe Geheimratshöfe zu sonst langen Haaren (Vorsicht: VoNiHiLa!!!), ungepflegten Vollbart, Brille, angehende Wampe, schiefe, natürlich leicht gelbe Zähne, eine kleine Warze neben der Nase, hässliches, behaartes Muttermal an der linken Schulter und wisst ihr was?

Ich fühl mich toll und strahle nicht nur durch meine innere Schönheit, sondern auch aus meinem nicht gebleichtem Arschloch. ^_^

Bis Danny!

dat Maddin

Ach, was ich noch sagen wollte, ich las mal, dass durch einen Frauenkörper durch die Benutzung von Kosmetika in ihrem Leben bis zu 50 Liter Erdöl durchfließen würden! Mjamie! 😀 – keine Gewähr auf Korrektheit –

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